Eine Bierparty

Ja, warum eigentlich nicht? So, wie man zu einem Glas Wein oder einer Bowle einlädt, so kann man seine Gäste auch "auf ein Glas Bier" bitten. Jeder weiß dann genau, dass es an diesem Abend etwas rustikaler zugeht, vielleicht mit einer buntkarierten Tischdecke, mit einem Wiesenblumenstrauß und Holzbrettchen statt Porzellantellern. Auch bei den Gläsern kann man sich etwas einfallen lassen. Mancher sammelt Gläser oder Krüge, und hier ist Gelegenheit, die "Museumsstücke" aus ihrer Untätigkeit herauszuholen, die derben Krüge mit den Zinndeckeln, die Maßkrüge, die Zinnbecher, die Stangen oder Tulpen - der eine schwört auf das Tonkrügel, der andere aufs köstlich beschlagene Glas mit üppiger Schaumkrone. Also: eine gemischte Gläserreihe auf den Tisch ...

Vielleicht empfiehlt sich bei solcher Gelegenheit ein "Klarer" als Magenvorwärmer, so wie es in nördlichen Breiten üblich ist. Gut gekühlt wird er serviert, der "Steinhäger" oder der "Korn". "Whisky" oder "Weinbrand", "Slibowitz" oder "Enzian" allerdings passen nicht zum Bier, und auch ein Likörchen verträgt sich nicht mit Bier.

Und natürlich wird nicht angestoßen, weder mit dem Stamperl noch mit dem Bierglas. Schweden wären bei einem solchen Unterfangen sogar beleidigt, denn mit dem Bierglas anstoßen bedeutet dort, dass man den Nachbarn für einen Dummkopf hält und es ihm "durch die Blume" sagen möchte.

Ja, und wenn man ein übriges tun will oder tun kann, bringt man verschiedene Biere auf den Tisch, ein mildes "Wernesgrüner", ein kräftig gehopftes "Pilsner" aus Radeberg, die ortsgebundenen Spezialbiere, in Berlin vielleicht sogar eine "Berliner Weiße" (nicht zu vergessen: dazu gehörten ein "Schuss" Himbeersaft und Zitronenscheiben) und zur Bockbierzeit natürlich den kräftigen "Bock", hell oder dunkel. Es kommen schon etliche Sorten guten Bieres zusammen!

Zum Bier gehört bekanntlich auch eine kräftige Kost, mehr als nur ein paar kleine Happen. Zunächst einmal Pumpernickel und kräftiges Schwarzbrot, dick mit Butter bestrichen und belegt mit Schinken, Wurst oder würzigem Käse. Marinierte Heringe passen ebenso wie saure Fischchen und ein handfester Rollmops. Auch warme Würstchen sollten nicht fehlen, von den Wienern bis zu duftenden Knoblauchwürsten. Eine Sülze oder ein Sülzkotelett sind pikante Ergänzungen, und alles wird garniert mit den Gemüsesorten der Jahreszeit, besonders mit Radieschen und Rettichen. Hinzu kommen Käseplätzchen, Cracker, Kartoffel-Chips, Salzbrezeln, aber man kann auch selber etwas zaubern, wie "gefüllte Selleriestengel" oder Schinkeneierbällchen oder Gewürznüsse.

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Hirschfeld, am 07.02.2023